Kristof Dreier — where tech meets text
Willkommen im privaten Blog von Kristof Dreier, Webentwickler und Mac-Enthusiast aus Münster. Thematisch dreht es sich hier um Webdevelopment mit dem Zend Framework, kleinere Einschübe über Cocoa und vielleicht auch mal ein Blick in die Weiten von Ruby on Rails.
And Now for Something Completely Different
Wer lesen möchte, für den folgt der Text, für alle, die gerne lesen lassen: bitte schön
Leider ist mir die Aufnahme nicht super gelungen, weil ich über etwas bassschwache Kopfhörer ein wenig nachkorrigiert habe. Nächste Mal wird’s besser. Versprochen! :)
Ich war betrunken. Das merkte ich, weil ich glaubte, dass die dümmste Idee meines Lebens die Beste war, die ich je gehabt hatte. Okay, das wußte ich natürlich noch nicht, als ich nicht mehr ganz nüchtern auf dem Sofa saß und ihr beim Tanzen zuschaute. Wie sie sich elegant zu den Rhythmen der Musik bewegte und anreizende Bewegungen machte. So sehr mich der Alkohol einlullte, ihre Bewegungen taten es auch und langsam bildete sich aus dem Nebel der mein Gehirn umgab eine schemenhafte Form heraus. Erst waren es nur einzelne Buchstaben, die keinen Sinn ergaben, aber je mehr ich trank, desto klarer wurde die Botschaft, die es versuchte mir mitzuteilen. Küss sie!
Ich blickte auf meine mittlerweile leere Bierflasche und warf den Gedanken ein wenig in meinem Kopf hin und her. Ich kam zu dem Schluss, dass es besser sei, erst noch ein Bier zu trinken, also stand ich schwankend auf und bestellte noch zwei. Als ich mich umdrehte, um mich wieder hinzusetzten, stand sie direkt hinter mir. „Bier?“ fragte ich sie, ohne groß zu überlegen. Im Kopf gratulierte ich mir für diese großartige Idee, die mir spontan einfach über die Lippen ging. Sie schaute mich ein wenig seltsam an und ich hatte das ungute Gefühl, dass ich doch betrunkener war, als ich mich fühlte. „Ich hab dir ein Bier gekauft, einfach nur so.“, versuchte ich es. Sie schaute mich aber nur noch komischer an: „Einfach nur so?“ Mittlerweile hatte ich das Gefühl, dass ich wohl nicht mehr ihre Sprache sprach und schaute sie selbst fragend an. Wieder formten sich Buchstaben zu Wörtern in meinem Kopf und ich überlegte, ob ich mich meinem Gefühl einfach spontan hingeben sollte. Ich entschied mich dagegen, ging an ihr vorbei und setzt mich neben meinen Kumpel. „Bier?“
Wir quatschten ein wenig über Gott, die Welt und Frauen im Allgemeinen. Er fand meine Idee großartig. Auch er war betrunken, doch das spielte in dem Moment nur eine Nebenrolle. Bestärkt durch seine Zusprüche suchte ich den Raum in dem wir saßen nach ihr ab und hoffte, dass sie noch nicht gegangen war. Sie stand alleine an der Wand gelehnt und schaute mit einem leichten Lächeln in den Raum. Sie war wohl auch nicht mehr ganz nüchtern. Ich fing an zu überlegen. Sie war betrunken. Ich war betrunken. Ich mag sie. Hm. Mag sie mich? Egal. Küss sie! Ich fasste mir ans Herz, nahm meinen ganzen Mut zusammen, stand schwankend auf und ging auf sie zu. Ich merkte, dass ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht hatte, wie das eigentlich ablaufen wird. Ich war aus der Übung; hatte so etwas lange nicht mehr gemacht. Moment … ich hatte so etwas noch nie gemacht. Dann stand ich vor ihr, schaute ihr in die Augen, nahm ihr Gesicht in meine Hände und lehnte mich in ihre Richtung. Sie wich aus, drückte mich weg und ich stand wie ein Vollidiot da. Ich drehte mich um, sah wie sie dort stand und keine Reaktion auf das eben Passierte zeigte.
„Kleine Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit.“ hat mir mal eine Freundin gesagt. Betrunkene Ideen sind Scheißideen mit einem klitzekleinen wahren Kern, der sich eben nur dann zeigt, wenn man weniger Hemmungen hat. Das man sich im Endeffekt damit wahrscheinlich mehr kaputt macht, als man eigentlich gewünscht hat, die Erkenntnis kommt dann immer am nächsten Morgen, wenn man mit Gewissensbissen aufwacht und sich denkt: „Du Vollidiot!“.